Hitze- und trockenheitsverträgliche Linde für versiegelte Stadtbaumstandorte
Silberlinde · Tilia tomentosa
Wo eine Linde für sommerheiße, versiegelte Standorte gesucht wird, an denen Tilia cordata und T. platyphyllos in Hitze- und Trockenstress geraten, bietet diese Art einen deutlich belastbareren, dicht beschattenden Kronenaufbau bei nachgewiesener Klimaresilienz.
Über diese Art
Die Silberlinde (Tilia tomentosa) bildet eine in der Jugend breit kegelförmige, im Alter rundlich-ausladende Krone mit dichtem Laub, dessen Oberseite glänzend dunkelgrün und dessen Unterseite durch Sternhaare silbrigweiß filzig ist. Bei Hitze und Trockenheit stellt der Baum seine Blätter so, dass die helle Unterseite nach außen weist, wodurch mehr Sonnenstrahlung reflektiert, die Blatttemperatur gesenkt und die Transpiration verringert wird. Aus diesem Mechanismus erklärt sich die für die Gattung bemerkenswerte Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit, die der Art in der fachlichen Klimaanpassungsdiskussion den Rang einer klimaresilienten Stadtbaumart einträgt.
In der Frosthärte ist die Art robust: Da Bestände bis in den Süden Finnlands sowie in kontinental geprägten Lagen Mitteleuropas seit Jahrzehnten gedeihen, ist sie bis etwa -25 °C zuverlässig winterhart und damit in der Oberrheinebene, am Nieder- und Mittelrhein, in den mitteldeutschen Wärmegebieten ebenso wie in den ostdeutschen…
Die Silberlinde (Tilia tomentosa) bildet eine in der Jugend breit kegelförmige, im Alter rundlich-ausladende Krone mit dichtem Laub, dessen Oberseite glänzend dunkelgrün und dessen Unterseite durch Sternhaare silbrigweiß filzig ist. Bei Hitze und Trockenheit stellt der Baum seine Blätter so, dass die helle Unterseite nach außen weist, wodurch mehr Sonnenstrahlung reflektiert, die Blatttemperatur gesenkt und die Transpiration verringert wird. Aus diesem Mechanismus erklärt sich die für die Gattung bemerkenswerte Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit, die der Art in der fachlichen Klimaanpassungsdiskussion den Rang einer klimaresilienten Stadtbaumart einträgt.
In der Frosthärte ist die Art robust: Da Bestände bis in den Süden Finnlands sowie in kontinental geprägten Lagen Mitteleuropas seit Jahrzehnten gedeihen, ist sie bis etwa -25 °C zuverlässig winterhart und damit in der Oberrheinebene, am Nieder- und Mittelrhein, in den mitteldeutschen Wärmegebieten ebenso wie in den ostdeutschen Tieflagen und im bayerischen Alpenvorland verwendbar, sofern der Boden durchlässig und nicht staunass ist. In offenen Lagen mit länger anhaltendem, schneearmem Kahlfrost unter dieser Schwelle empfiehlt sich eine geschützte Position, weil das einjährige Holz auf strengen Frost empfindlicher reagiert als das ausgereifte Stammholz.
Weil die Art die Hitzereflexion versiegelter Flächen, zeitweilige Trockenheit und verdichtete Böden gut verträgt und überdies eine gewisse Streusalztoleranz besitzt, eignet sie sich für Straßen- und Platzpflanzungen; ihr eher tiefgehendes Wurzelwerk belastet Beläge und Leitungen weniger als das flach streichende mancher Ahorne, was den Wurzelraumbedarf nach FLL-Empfehlung leichter erfüllbar macht. Da sie als verträglich gegenüber Blattläusen gilt und unter den hierzulande relevanten Lindenschädlingen wenig anfällig ist, mindert sich die für andere Linden typische Honigtau- und Rußtaubelastung über parkenden Flächen.
Die cremeweißen, stark duftenden Blütenstände erscheinen im Juli und August und damit später als bei den heimischen Linden, wodurch sich der Trachtzeitraum für Honigbienen in den blütenarmen Spätsommer verlängert. Da die dichte Beschattung ab etwa dem fünften Standjahr trägt und die hellgrau glänzende, im Alter längsrissige Borke der laubfreien Wintersilhouette Struktur gibt, ergibt sich ein Solitär- und Alleebaum für sommerwarme, dauerhaft beanspruchte Standorte.
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